Montag, 27. Februar 2006
Ach
kikjou, 02:01h
was man im Internet so alles findet, ach.
Habe nach jemandem gesucht, den ich aus der Schule kenne, mir war langweilig. Eigentlich kannte ich ihn nie besser, eben seinen Namen, ein sehr schöner Name. Nachdem ich die Schule bereits verlassen hatte, war er anscheinend mit meinem Bruder ein bisschen befreundet.
Nur aufgrund seines Names ist er bei mir aber schon viel länger auf der Liste, er war schon auf meiner Lister interessanter Menschen, bevor er überhaupt an unsere Schule gekommen ist, und das kam so: Ich habe als Kind öfter eine Zeitschrift gelesen, eine nette, fürsorglich-phantasievolle Zeitschrift für Lehrerelternkinder. Und da schickte er manchmal Geschichten hin. Ich hatte damals ein Namensfaible und liebte seinen Namen. Er wurde zu einer der Phantasiefiguren, die mich durch ein paar Monate meiner Kindheit begleiteten. Inzwischen älter, so 13, 14, erfuhr ich, dass jemand seines Names (er! Er musste es sein! Der Name war zu exotisch!) nun unsere Schule besuchte. Es war unglaublich aufregend, die damals einigermassen starren Jahrgangsgrenzen habe ich jedoch nie durchbrochen, schon damals fand ich, dass manche hübschen Virtualbekanntschaften nie ins kohlenstoffliche überführt werden sollten.
Auf der Suche nach ihm habe ich also ein Weblog gefunden. Und verlinkt von seinem Weblog habe ich ein weiteres Weblog gefunden, anscheinend ebenfalls von jemanden aus unserer Jugendkleinstadt. Und das habe ich mir gerade komplett durchgelesen. Es ist ja so: Weil wir zu Schulzeiten alle in unseren Elternhaus- und Schul- und Identitätstraumata gefangen waren und einzeln vor uns hin litten, entdecke ich gerade langsam freudig, dass es anderen, die weggegangen sind, damals ebenso ging. Ach, und was die Person da berichtet, von ihrem Leben. Transsexuell (Frau zu Mann), Esstörungen, jahrelang, Identitätsfindung, Elternprobleme, Geschlechterrollenwirrwarr.....
Und vieles davon kann ich nachvollziehen (fühle mich eher queer denn hetero, kann die meisten Heteroparties nicht ertragen, bin in ausschliesslichen Homokreisen ebenfalls schnell gelangweilt, bin extrem feinfühlig gegenüber Hetero- und Homonormativität und jeglichen Formen des Sexismus, fühle mich zum Glück gelegentlich mit anderen merkwürdigen, sensiblen Aussenseitern innig verbunden - das passiert allerdings nicht häufig.)
Aber insgesamt ist mein Päckchen dagegen wahrscheinlich federleicht.
Und ich bin froh, dass er anscheinend das Gröbste überstanden hat, und so schöne Texte schreiben kann.
Habe nach jemandem gesucht, den ich aus der Schule kenne, mir war langweilig. Eigentlich kannte ich ihn nie besser, eben seinen Namen, ein sehr schöner Name. Nachdem ich die Schule bereits verlassen hatte, war er anscheinend mit meinem Bruder ein bisschen befreundet.
Nur aufgrund seines Names ist er bei mir aber schon viel länger auf der Liste, er war schon auf meiner Lister interessanter Menschen, bevor er überhaupt an unsere Schule gekommen ist, und das kam so: Ich habe als Kind öfter eine Zeitschrift gelesen, eine nette, fürsorglich-phantasievolle Zeitschrift für Lehrerelternkinder. Und da schickte er manchmal Geschichten hin. Ich hatte damals ein Namensfaible und liebte seinen Namen. Er wurde zu einer der Phantasiefiguren, die mich durch ein paar Monate meiner Kindheit begleiteten. Inzwischen älter, so 13, 14, erfuhr ich, dass jemand seines Names (er! Er musste es sein! Der Name war zu exotisch!) nun unsere Schule besuchte. Es war unglaublich aufregend, die damals einigermassen starren Jahrgangsgrenzen habe ich jedoch nie durchbrochen, schon damals fand ich, dass manche hübschen Virtualbekanntschaften nie ins kohlenstoffliche überführt werden sollten.
Auf der Suche nach ihm habe ich also ein Weblog gefunden. Und verlinkt von seinem Weblog habe ich ein weiteres Weblog gefunden, anscheinend ebenfalls von jemanden aus unserer Jugendkleinstadt. Und das habe ich mir gerade komplett durchgelesen. Es ist ja so: Weil wir zu Schulzeiten alle in unseren Elternhaus- und Schul- und Identitätstraumata gefangen waren und einzeln vor uns hin litten, entdecke ich gerade langsam freudig, dass es anderen, die weggegangen sind, damals ebenso ging. Ach, und was die Person da berichtet, von ihrem Leben. Transsexuell (Frau zu Mann), Esstörungen, jahrelang, Identitätsfindung, Elternprobleme, Geschlechterrollenwirrwarr.....
Und vieles davon kann ich nachvollziehen (fühle mich eher queer denn hetero, kann die meisten Heteroparties nicht ertragen, bin in ausschliesslichen Homokreisen ebenfalls schnell gelangweilt, bin extrem feinfühlig gegenüber Hetero- und Homonormativität und jeglichen Formen des Sexismus, fühle mich zum Glück gelegentlich mit anderen merkwürdigen, sensiblen Aussenseitern innig verbunden - das passiert allerdings nicht häufig.)
Aber insgesamt ist mein Päckchen dagegen wahrscheinlich federleicht.
Und ich bin froh, dass er anscheinend das Gröbste überstanden hat, und so schöne Texte schreiben kann.
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